Altersschwerhörigkeit – Wissenswertes über den schleichenden Hörverlust

Neben den Augen ist das menschliche Gehör der wichtigste Sinn, dessen Fähigkeiten mit steigendem Lebensalter schleichend abnehmen. Wenn ältere Mitmenschen den Gesprächen am Tisch nicht mehr folgen können oder der Fernseher ungewohnt laut eingestellt wird, sind die ersten Anzeichen einer Altersscherhörigkeit gegeben. Auch, wenn es sich um einen natürlichen Verschleiß des Hörsinns handelt, ist das schlechtere Verstehen für jeden Betroffenen und die Menschen um ihn herum ein echtes Problem. Glücklicherweise lässt sich mit modernen Hilfsmitteln und Methoden vieles gegen die Altersschwerhörigkeit unternehmen.

Presbyakusis – die altersbedingte Schwerhörigkeit

Die Altersschwerhörigkeit ist ein medizinisch gut erforschtes Phänomen. Als Krankheitsbild wird sie als Presbyakusis bezeichnet, wobei die ersten Anzeichen im Regelfall zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr eintreten. Die Sinneswahrnehmung im menschlichen Gehörgang ist gestört, akustische Signale werden leiser oder verzerrt wahrgenommen. Normale Lautstärken, beispielsweise von Gesprächen oder Alltagsgeräusche, werden gedämpfter wahrgenommen. Auch der Genuss von Musik ist im fortschreitenden Stadium nur noch eingeschränkt möglich und als Krach oder Knarzen empfunden.

Schuld am Fortschreiten der Krankheit sind die Sinneshaare im Gehörgang des Betroffenen. Diese regenerieren sich über den Lauf des Lebens hinweg und geraten durch Geräusche aller Art in Schwingungen. Diese Schwingungen werden als Signale an das Gehirn weitergegeben und hier als Töne und Geräusche interpretiert. Leider ist der Körper im Alter nicht mehr in der Lage, sich so gut zu regenerieren wie in jungen Jahren. Die Sinneshaare können deshalb die Schallwellen nicht mehr wie früher verarbeiten, so dass es zu leiseren oder verfälschten Geräuschen kommt.

Liegt eine Altersschwerhörigkeit vor? Eine Checkliste!

Der Verlust des Gehörsinns ist ein sehr langsamer, schleichender Prozess. Betroffenen wird in den ersten Jahren oftmals nicht bewusst, dass bei ihnen eine Altersschwerhörigkeit eingesetzt hat. Fernseher, Musik & Co. werden zunächst nur etwas lauter eingestellt, weshalb Angehörige wenig vom Einsetzen der Erkrankung mitbekommen. Falls Sie den Verdacht haben sollten, dass ein älterer oder pflegebedürftiger Mitmensch unter einer Altersschwerhörigkeit leidet, orientieren Sie sich an der folgenden Checkliste:

  • Es wird häufiger nachgefragt, was Sie gerade gesagt haben.
  • Die aktive Teilnahme an Gesprächen ist eingeschränkt.
  • Bei Hintergrundgeräuschen ist ein Gespräch nur noch schwer möglich.
  • Das Klingeln von Telefon oder Haustüre werden häufig überhört.
  • Bislang geliebte Musik wird als störend empfunden.

Um den Verdacht auf eine Altersschwerhörigkeit abzuklären, ist der Besuch bei einem Ohrenarzt der richtige Weg. Dieser wird mit einfachen Tests ermitteln können, wie gut die Hörfähigkeit des Seniors noch ist. Die Beeinträchtigung der Hörfähigkeit muss nicht beide Ohren gleichermaßen betroffen und kann einseitig weiter vorangeschritten sein. Ist eine entsprechende Diagnose gestellt, ist der Besuch beim Hörgeräteakustiker eine der sinnvollsten Entscheidungen.

Was das Eintreten einer Altersschwerhörigkeit zusätzlich beeinflusst

Die schleichende Alterung des Körpers wird kein Mensch aufhalten können, Sinnesorgane wie Augen und Ohren sind hiervon direkt betroffen. Allerdings gibt es Risikofaktoren, durch die das Eintreten einer Altersschwerhörigkeit begünstigt wird. Mit diesen sollten sich Angehörige früh im eigenen Leben auseinandersetzen, um selbst nicht vorzeitig an einer Altersschwerhörigkeit zu leiden. Die wichtigsten Faktoren sind:

  • häufiger Lärm (z. B. am Arbeitsplatz, bei Freizeitaktivitäten)
  • körperlicher und seelischer Stress
  • Rauchen und ungesunde Lebensweise
  • erbliche Risiken
  • gesundheitliche Probleme (Vor allem Herz-Kreislauf-System, Diabetes)

Vielleicht können Sie bei einem älteren, lieben Mitmenschen einschätzen, welche dieser Risikofaktoren vorliegen. Zusammen mit der genannten Checkliste entsteht ein klarer Eindruck, ob der Besuch bei einem HNO-Arzt lohnt und eine mögliche Altersschwerhörigkeit abgeklärt werden sollte.

Mit einem Hörgerät Lebensqualität zurückgewinnen

Fast jeder Mensch akzeptiert, dass im steigenden Alter das Augenlicht nachlässt und zu einer Lesebrille und ähnlichen Lebensmitteln gegriffen werden muss. Im Unterschied hierzu wehren sich viele Menschen gegen eine Hörhilfe. Viele sehen hierin ein Zeichen, dass sie mittlerweile alt geworden sind, manche genießen sogar den Verzicht auf Störgeräusche Ihres Umfelds. Dennoch ist es wichtig, über ein Hörgerät nachzudenken und Überzeugungsarbeit beim Tragen zu leisten. Dies gilt besonders, wenn der Senior noch aktiv am Leben teilnimmt und sich sonst unnötigen Gefahren im Straßenverkehr aussetzen würde.

Jede Altersschwerhörigkeit verläuft etwas anders und beeinflusst das Hörverhalten individuell. Deshalb wird beim Besuch des Hörgeräteakustikers ein eigenes Sprach- und Ton-Audiogramm erstellt. Orientiert an diesen Aufnahmen kann der Akustiker ein Hörgerät erstellen, dass die eigenen Schwächen ausgleicht. Wäre dies nicht möglich, würden alle Frequenzen von außen gleichermaßen verstärkt und als viel zu laut wahrgenommen.

Der Akustiker ist außerdem in der Lage, den Grad der Altersschwerhörigkeit zu ermitteln. Auch der Verlauf der Veränderungen wird festgehalten, schließlich kann die Hörfähigkeit im Laufe der Jahre weiter nachlassen. Er ist außerdem der richtige Ansprechpartner, um durch ein Implantat die gestörte Funktion der Hörmuschel wiederherzustellen oder den Tinnitus als störende Ohrgeräusche auszugleichen. Ein fachkundiges und ruhiges Gespräch ist allen Betroffenen und ihren Angehörigen anzuraten, um das Problem Altersschwerhörigkeit richtig anzugehen.

Mit herz & hand zur optimalen Betreuung von schwerhörigen Senioren

Die Fach- und Pflegekräfte von herz&hand sind mit dem Problem Altersschwerhörigkeit bestens vertraut und gehen hierauf behutsam und sensibel ein. Im alltäglichen Kontakt mit Senioren und Pflegebedürftigen, beispielsweise im Rahmen einer 24-Stunden-Pflege oder einer Seniorenbetreuung, zeigen wir gerne die Wichtigkeit des Hörgeräts auf. Beim gemeinsamen Einkaufen oder kleinen Ausflügen stellen wir sicher, dass sich der Senior auch bei eingeschränktem Hörvermögen sicher durch seine Umwelt bewegt. Neben dem richtigen Umgang mit Altersschwerhörigkeit bringen wir große Kompetenzen in anderen Problembereichen wie der Demenz-Betreuung mit. Sie möchten mehr erfahren? Sprechen Sie uns einfach an!

Fragen oder eine Beratung erwünscht?
0800 Pflegeberatung