Pflegegrade 2017 – was ändert sich?

Für aktuelle und zukünftige Pflegebedürftige kommt es ab dem 1. Januar 2017 zu einer grundlegenden Änderungen. Wenn Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung bezogen werden, findet die Einstufung des Pflegebedürftigen nicht mehr nach Pflegestufen, sondern Pflegegraden statt. Der Gesetzgeber hat diese Änderung im Rahmen des Pflegestärkungsgesetzes 2 beschlossen, aus den drei bekannten Pflegestufen sind fünf Pflegegrade geworden. Wie sich diese gestalten und was die Umstellung finanziell bedeutet, möchten wir Ihnen im Folgenden erläutern.

Warum die Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade?

Als die gesetzliche Pflegeversicherung in den 1990er Jahren eingeführt wurde, war die Praxistauglichkeit des Modells schwer abschätzbar. Nach zwei Jahrzehnten sind die Schwächen des bisherigen Systems deutlich geworden. Zum einen reicht der gesetzliche Pflegezuschuss in vielen Fällen nicht aus, um eine würdige Pflege zu gewährleisten. Zum anderen wurden Einschränkungen von Alltagskompetenzen bei Demenz-Kranken zu wenig berücksichtigt, die nicht zwangsläufig eine hohe Pflegestufe durch Berücksichtigung ihres guten, körperlichen Zustands erreichen. Durch die Umstellung auf die fünf neuen Pflegegrade soll dies zukünftig anders werden.

Um den Grad der Selbstständigkeit und der potenziellen Pflegebedürfigkeit zu bestimmen, wird zukünftig auf sechs Lebensaspekte geschaut. Die Hilfe bei alltäglichen Aktivitäten sowie der generelle Hilfsbedarf bei Tag und in der Nacht werden ebenso berücksichtigt wie psychosoziale und krankheitsbedingte Effekte. Der Aufstieg in den nächst höheren Pflegegrad soll bei Verschlechterung des körperlichen Zustands erfolgen. Ist die Alltagskompetenz umso stärker eingeschränkt, was gerade bei einer fortschreitenden Demenz-Erkrankung üblich ist, ist sogar ein Aufstieg in den übernächsten Pflegegrad möglich.

Die fünf neuen Pflegegrade 2017 im Überblick

Eine konkreter Vergleich zwischen den bisherigen Pflegestufen und den zukünftigen Pflegegraden ist schwierig, da es wesentlich auf den Einzelfall ankommt. Dennoch gibt es einige grundlegende Richtlinien für die Einstufung und die Unterschiede im alten und neuen System.

Die Einstufung in den neuen Pflegegrad 1 erfolgt bei einer ersten Einschränkung in der Alltagskompetenz, gemessen an den neuen sechs Kriterien. Wer im alten System in die Pflegestufen 0 oder 1 eingestuft wurde, darf zukünftig mit dem Pflegegrad 2 rechnen. Wird zudem eine eingeschränkte Alltagskompetenz diagnostiziert, entspricht dies dem Pflegegrad 3. Gleiches gilt, wenn bislang die Pflegestufe 2 oder entsprechende Einschränkungen vorlag.

Die Pflegegrade 4 und 5 werden Personen zugeteilt, die bislang in der Pflegestufe 2 waren und eine eingeschränkte Alltagskompetenz aufweisen bzw. die Pflegestufe 3 innehatten. Für die höchste Stufe 5 muss die Pflegestufe 3 zuzüglich einer entsprechenden Einschränkung vorliegen. Die genannten Richtwerte sollen vorrangig Pflegebedürftigen als Orientierung dienen, falls diese bereits jetzt Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehen.

Bekommen Pflegebedürftige nun mehr oder weniger Geld?

Pauschal kann nicht gesagt werden, wie sich die neuen Pflegegrade auf Ihren Leistungsbezug auswirken. Insgesamt wird mehr Geld durch die gesetzliche Pflegeversicherung ausgezahlt, allerdings wird es auch mehr Leistungsempfänger geben. Wichtig wird bei der Neueinstufung, ob und in wie weit eine Einschränkung der Alltagskompetenz vorliegt. Ist dies nicht gegeben, kann es zu geringen Leistungen kommen, im Falle einer zusätzlichen Diagnose dieser Art zu einem Anstieg gegenüber des bisherigen Pflegegeldes.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, um mehr über die Umstellung auf Pflegegrade zu erfahren und die Sinnhaftigkeit einer 24-Stunden-Pflege zu Hause zu erkennen.

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