Verhinderungspflege nach § 39 SGB XI – Welche Regelungen gelten 2016?

Welche Verhinderungspflege Ansprüche generell bestehen und welche finanzielle Hilfe seit 2016 erwartet werden darf, soll im Folgenden aufgezeigt werden.

Notwendigkeit der Verhinderungspflege und bestehende Ansprüche

Nach aktueller Gesetzgebung lassen sich Verhinderungspflege Ansprüche durchsetzen, wenn die eigentlich pflegende Person aufgrund eines Erholungsurlaubs oder eigener Erkrankung ausfällt. Bis Ende des Jahres 2014 waren Umfang und Art der Verhinderungspflege (Dauer und Höhe der Leistungsanspruchs) strikter als mittlerweile geregelt. So lässt sich die spezielle Pflege über maximal sechs Wochen pro Jahr beantragen, zuvor war dies lediglich über vier Wochen möglich.

Eine Verhinderungspflege bei Kombinationsleistungen (Pflegegeld + Pflegesachleistung) ist grundsätzlich möglich, auch die vorliegende Pflegestufe nimmt keinen direkten Einfluss auf die Gewähr dieser Pflegeart. Wird alleine aufgrund vorliegender Lebensumstände ermittelt, dass eine Notwendigkeit der Verhinderungspflege vorliegt, ist diese unabhängig von den sonstigen Konditionen der Pflege zu gewähren. Dies wird sich auch mit der Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade nicht ändern, die in der zweiten Pflegeversicherungsreform 2016/17 ansteht.

Die gewährten Leistungshöhen für die Verhinderungspflege

Seit Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung wurden die maximal gewährten Leistungen für die Verhinderungspflege mehrfach nach oben angepasst. Im Jahr 2016 gelten weiterhin die Sätze, die zum 1. Januar 2015 hin in Kraft getreten sind. Der Maximalbetrag liegt bei 1.612 Euro und somit beim Niveau einer vollstationären Pflege in der Pflegestufe III, im Härtefall bei bis zu 1.995 Euro. Eine adäquate Anpassung bei Umstellung auf die neuen fünf Pflegegrade ist vorgesehen.

Eine Neuregelung stellt die Möglichkeit dar, nicht beanspruchte Leistungen aus der Kurzzeitpflege mit für die Verhinderungspflege anzurechnen. Diese Zusatzleistungen sind nach oben durch einen Grenzbetrag von 806 Euro beschränkt. Ein weiterhin bestehender Vorteil ist die relativ flexible Ausgestaltung der Verhinderungspflege, auch eine stundenweise Anrechnung der Pflegezeiten für zeitlich eingeschränkte Unternehmungen mit der pflegebedürftigen Person ist möglich.

Abschließende Informationen zur Verhinderungspflege

Durch die Neufassung des Paragraphen im Sozialgesetzbuch und einige seit 2015 geltende Änderungen ist es in einzelnen Fällen möglich, zusätzliches Pflegegeld zu beantragen. Ein entsprechender Anspruch sollte bei der Kontaktaufnahme und Antragstellung bei der Pflegekasse ausgelotet werden. Grundsätzlich gilt für alle gewährten Leistungen eine komplett freie Ausgestaltung, wobei die Beauftragung einer nicht verwandten Privatperson oder eines professionellen Pflegedienstes möglich ist. Vor der Übergabe der Verhinderungspflege sollte in einem vertrauensvollen Gespräch über individuell sinnvolle Pflegemaßnahmen gesprochen werden.